Karrieremöglichkeiten für Hochschulabsolventen im Bereich Fremdsprachen

Fremdsprachen-Studenten, die sich kurz vor dem Abschluss des Studiums befinden, sehen sich häufig mit einer begrenzten Auswahl an Karrieremöglichkeiten konfrontiert. 

Einige von ihnen haben vielleicht das Glück und finden eine Stelle in einer internationalen Abteilung oder in der Exportabteilung eines Grossunternehmens, andere nutzen zwar täglich ihre Fremdsprachenkenntnisse, jedoch häufig nur deshalb, weil sie im Ausland in einem völlig anderen Berufsfeld arbeiten.

Einige wenige, die über genügend Talent verfügen, mögen sich zur Elite der Konferenzdolmetscher gesellen, deren überdurchschnittlich hohe Stressbelastung beim Einsatz in der Dolmetscherkabine durch ein ähnlich hohes Gehalt ausgeglichen wird. Doch ungeachtet der oben beschriebenen Erwartungen müssen sich die meisten Fremdsprachenabsolventen zwischen zwei Möglichkeiten entscheiden: unterrichten oder übersetzen.

1. Das professionelle Übersetzen verlangt die einzigartige Kombination von Fähigkeiten, die man sich über einen langen Zeitraum hinweg durch gründliches Studium und/oder das Sammeln von Erfahrungen aneignen muss:

  • Kenntnisse über die Kultur und die Institutionen des Landes, in dem die Zielsprache gesprochen wird;
  • erstklassige Formulierungsfähigkeiten in der eigenen Muttersprache;
  • Verständnis für die linguistische Struktur und die Sprachmechanismen, derer man sich sowohl in der Ausgangssprache als auch in der Zielsprache bedient;
  • umfassende Sachkenntnis in einem oder mehreren Fachgebieten, z. B. Recht, Technik, Medizin, Finanzen oder Copywriting.

A. Die Tätigkeit des freiberuflichen Übersetzers ist eine der lohnendsten Aufgaben, denen man nachgehen kann. Es handelt sich um eine sehr gerechte Arbeit, da der Erfolg oder Misserfolg in erster Linie von den eigenen Fähigkeiten und Bemühungen abhängt. Wenn etwas schiefgeht, kann man niemand anderem die Schuld geben, aber gleichzeitig erlangt der persönliche Erfolg eine immer wichtigere und wertvollere Bedeutung. Dieser Beruf verlangt jedoch Disziplin und ein resolutes Auftreten. In der Regel arbeitet man von zu Hause aus, und auch wenn dies für viele Menschen eine Traumvorstellung ist, bringt diese Arbeitssituation auch ihre ganz eigenen Probleme mit sich. Die meisten Freiberufler vermissen die sozialen Kontakte zu Kollegen im Büro und die Sicherheit der täglichen Routine. 

Dafür gibt es kein Patentrezept. Es ist eine Charakterfrage, ob man auf diese Weise Leistung erbringen kann und ob einem die eigene Gesellschaft genügt.

B. Das Arbeiten für eine Übersetzungsagentur kann planbarer, dafür aber auf persönlicher Ebene weniger bereichernd sein. Viele Übersetzer halten diese Form des Arbeitsverhältnisses für die „sicherere“ Variante: man bezieht ein regelmässiges Gehalt, der Arbeitgeber regelt die steuerlichen und rechtlichen Fragen, und es gibt immer Projekte, an denen man arbeiten kann. Einige Nachteile sind: die fehlende Unabhängigkeit, die das Arbeiten unter einem (oder mehreren) Chefs mit sich bringt, die Notwendigkeit, einen bestimmten Plan und eine Reihe von Unternehmensregeln einzuhalten, die Tatsache, dass sich die Qualität der eigenen Leistung auf die Arbeit der Kollegen auswirkt usw. Die meisten Übersetzungsagenturen ziehen die Zusammenarbeit mit freiberuflichen Übersetzern vor, da sie auf diese Weise den geeignetsten Kandidaten für jedes einzelne Projekt auswählen können. Solche Agenturen suchen ständig neue Mitarbeiter, man muss jedoch darauf achten, auf welche Bedingungen man sich einlässt.

2. Auch das Unterrichten gehört zu den beliebten Tätigkeiten der Absolventen von Fremdsprachenschulen. Es gilt in der Regel als eine grössere Herausforderung als das Übersetzen, das Unterrichten kann aber auch eine grosse Bereicherung sein. Sie formen das Verständnis von Menschen für eine ihnen fremde Kultur, bringen ihnen neue Möglichkeiten bei sich auszudrücken und bringen so eine greifbare Veränderung in das Leben Ihrer Schüler. Den Fortschritt eines Schülers zu beobachten, ist der grösste Lohn für einen Lehrer. Von der finanziellen Seite sollte man allerdings nicht zu viel erwarten, da die Lehrergehälter in den meisten Ländern recht niedrig sind. Um eine gute Stelle an einer Universität zu bekommen oder kompetente, herausfordernde Schüler zu unterrichten, braucht es in der Regel umfassende Erfahrung und Zeit.

Bei der Jobsuche kann das Beherrschen einer zusätzlichen Sprache den entscheidenden Ausschlag geben. Heutzutage erwarten die meisten Unternehmen von potenziellen neuen Mitarbeitern, dass sie mindestens eine Fremdsprache sprechen. Auf der persönlichen Ebene öffnet das Lernen einer neuen Sprache Türen zu einer völlig neuen Kultur. Ein altes Sprichwort sagt: unser Wert als Individuum steigt mit der Anzahl der Sprachen, die wir beherrschen. Neben der Sprache lernt man ausserdem eine andere Mentalität und eine neue Lebensweise kennen. Wenn man ein anderes Land besucht, erleichtert das Beherrschen einer Fremdsprache (vorzugsweise derjenigen, die in dem jeweiligen Land gesprochen wird) das Verstehen verschiedener Fakten und wertvoller Informationen, was dazu führt, dass man einen umfassenderen Blick auf die Orte, die man besucht und auf die Menschen, die man trifft, bekommt. Fremdsprachenkenntnisse ermöglichen den Zugang zu zahllosen Zeitungen, Zeitschriften, Filmen und Texten. 

Und nicht zu vergessen: beim Surfen im Internet auf fremdsprachigen Seiten oder beim Lesen des Werkes eines grossartigen Schriftstellers in der Originalausgabe ist man häufig erstaunt, wie viel von der ursprünglichen Aussage bei der Übersetzung verloren gehen kann.

©Lingo24 ist eine internationale Agentur für Übersetzungsdienstleistungen mit einem Netzwerk bestehend aus mehr als 4.000 freiberuflichen Übersetzern.

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Wie wichtig sind Fremdsprachen für den Job? (arbeits-abc.de)